Doom Eternal - The Ancient Gods, Part Two25.03.2021, Eike Cramer
Doom Eternal - The Ancient Gods, Part Two

Im Test: Die letzte Schlacht

Mit The Ancient Gods, Part Two schließt id die Story des großartigen Shooters Doom Eternal ab. Einmal mehr geht es gegen alte Götter und Dämonenhorden. Ob das Prinzip Doom Eternal auch im dritten Anlauf noch überzeugt und ob Eike immer noch neue Lobgesänge auf dieses Ausnahmespiel einfallen? Lest selbst!

Schon wieder diese Doom-Lobhudelei vom Cramer

Ich muss zugeben: für eine dritte Lobeshymne auf das fantastische Doom Eternal gehen mir langsam die Ideen aus. Wenn ihr also wirklich wissen wollt, warum ich den zweiten Teil des Doom-Reboots von id aus dem Jahre 2020 für den besten Shooter seiner Art und einen der besten Shooter unserer Generation halte, dann lest einfach meinen Test. Oder den zum ersten Teil der Standalone-Erweiterung The Ancient Gods.

The Ancient Gods, Part 2 schließt den Erzählstrang von Doom Eternal mit einem Duell gegen den Höllenfürsten höchstpersönlich ab, der bereits kurz vor dem Abspann des ersten DLC enthüllt wurde. Auf dem Weg zum Dunklen Lord metzelt sich der Slayer dabei über die zurückeroberte Erde, schießt sich durch Dämonenhorden zum Weltenspeer und zerlegt mit tatkräftiger Unterstützung der Sentinel-Armeen zuletzt den tiefsten Kreis der Hölle. All das wird unheimlich episch auf Avengers-Art inszeniert.

Fehler? Behoben!

Der gepanzerte Baron ist ein neuer , ziemlich tougher Feind.
Dabei ist es schön, dass mein größter Kritikpunkt tatsächlich angegangen wurde: Im zweiten Abschnitt des DLC begegne ich mit dem Gepanzerten Baron, Soldaten mit unzerstörbaren Schilden und Stein-Imps nicht nur neuen Feinden, sondern erhalte mit dem Sentinel-Hammer zudem noch eine weitere Nahkampfwaffe, die sich nahtlos in das Arsenal aus Glory Kills, Flammenwerfer und Kettensäge einfügt. So kann ich feindliche Horden mit dem Höllen-Mjölnir betäuben und in Kombination mit dem Granatwerfer sogar zusätzliche Munition, Rüstung oder Lebensenergie aus ihnen gewinnen.

Zusätzlich verlängert der Hammer die Dauer der Verletzlichkeit von Maraudern und den gepanzerten Baronen, die ebenfalls auf einen grünen Timing-Hinweis hin per Schuss auf eine Schwachstelle verletzt werden müssen, damit sich kurzzeitig ihre Rüstung öffnet.

Mehr Mechanik für die Schlacht

Es darf jetzt per Fleischerhaken geschwungen werden.
Doch damit ist mit neuen Mechaniken noch nicht Schluss: Es gibt zwei weitere, frische Feind-Viecher, die mehr Taktik auf die Schlachtfelder bringen. So gibt es jetzt Zombies, die mit ihrem Schmerzensschrei alle umliegenden Dämonen verstärken – es gilt also, Schaden an diesen einzelnen Feinden zu vermeiden, solange sich Dread Knights, Arachnotrons und Co. in der Nähe aufhalten. Zudem kann sich der Slayer durch den Cursed Prowler einen Fluch aufhalsen, der nicht nur seine Sicht, sondern auch seine Beweglichkeit massiv einschränkt und der erst aufgehoben wird, wenn man das flinke Mistvieh mit einem Blutschlag hinrichtet.

Gemeinsam mit den von Geistern besessenen Dämonen aus dem ersten DLC und der ohnehin umfangreichen Kampf-Formel von Doom Eternal entspinnen sich so noch komplexere, noch brachialer und noch abwechslungsreichere Arena-Schlachten, die das unheimlich hohe Niveau dieses Ausnahme-Shooters einmal mehr doppelt unterstreichen.

Hart aber fair

Besonders gefällt mir, dass id auch meinen zweiten Kritikpunkt angegangen ist und den etwas unausgewogenen Schwierigkeitsgrad des ersten DLCs schlüssig angepasst hat. So ist der zuvor zu große Abstand zwischen „Normal“ und „Leicht“ reduziert worden – zudem wurden die ganz heftigen Encounter in neue, optionale Upgrade-Arenen verbannt, die nicht zwingend für den Spielfortschritt notwendig sind.

Zwar fühlt sich der zweite Teil so einen Hauch zugänglicher an als der erste, aber irrt euch nicht: wer Bewegungs- und Kampfmechanik von Doom Eternal nicht verinnerlicht hat, der bekommt auch hier immer wieder gnadenlos aufs Gesicht. Was gut ist.

Tolle Level, schwacher Bosskampf

Ist das noch Doom oder schon Avengers: Endgame? Am Ende wird die Hölle zerlegt.
Zudem gehören die drei Level der Erweiterung zu den besten von Doom Eternal. Es gibt spannende Arenen, abwechslungsreiche Umgebungen und trickreiche Sprungpassagen, die jetzt durch einen Einsatz des Fleischhakens der Combat Shotgun erweitert werden. So muss ich mich jetzt über weite Abgründe schwingen und dabei zum Teil sogar geschickt die Waffen wechseln um nach einem Hakenschwung z.B. mit der Kanone einen Schalter zu aktivieren.

So ist es schade, dass auch der zweite DLC-Spaß nur knapp drei bis vier Stunden dauert, bis der Abspann läuft. Einzig der Finale Bosskampf gegen den Dunklen Lord höchstselbst bleibt etwas auf der Strecke. Zwar ist die Begegnung durchaus episch inszeniert und man muss sich über drei Arenen durchweg konzentrieren, doch einerseits ist der grundlegende Trick des Kampfes für den Abschluss der neuen Doom-Story für meinen Geschmack zu simpel und andererseits ist keinerlei Abwechslung vorhanden. Stattdessen kämpft man über mehrere Lebensleisten und Arenen immer auf die gleiche Weise, was gegenüber dem grundlegenden Kampf-Spaß von Doom Eternal ziemlich blass und wenig durchdacht wirkt.

Fazit

Das war‘s zunächst mit Doom Eternal! The Ancient Gods Part 2 ist der fulminante Abschluss eines großartigen Shooters – und auch diese drei bis vier Stunden blutiger Daueraction habe ich genossen.  Id hat die wesentlichen Probleme des ersten DLC-Teils angepackt, coole neue Mechaniken hinzugefügt und die Formel Doom Eternal in ihrer Essenz ein letztes Mal auf höchstes Niveau destilliert. Umso merkwürdiger ist nach den drei variantenreichen Levels voller epischer Schlachten der merkwürdig blass wirkende Kampf gegen den Höllenfürsten selbst, der ein wenig den Glanz dieser Erweiterung schmälert. Dennoch: Wenn ihr Doom Eternal mochtet, dann werdet ihr auch The Ancient Gods Part 2 lieben. Und das schönste: id hat bereits weitere Inhalte für Doom Eternal angekündigt. Meine Kettensäge liegt bereit!

Pro

mehr Doom Eternal
abwechslungsreiche neue Level
coole neue Feinde
neue Mechaniken (Hammer, Schwungmechanik)

Kontra

etwas kurz
schwacher letzter Bosskampf
keine neuen Runen
keine neue Waffe

Wertung

PC

Blutig, brachial, abwechslungsreich: The Ancient Gods Part 2 ist eine tolle Erweiterung mit einem etwas zu simplen Bosskampf-Abschluss.

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Kommentare

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MaxDetroit

Ich weiß garnicht mal mehr, bei welchem Spiel es war, aber das hatte ich schonmal im Forum erlebt:

Er: "das Spiel ist auf Mittel viel zu schwer!"
Ich: "aber genau dafür gibt es doch noch leichtere Schwierigkeitsgrade"
Er: "... Aber...."


Im Grunde war es sehr offensichtlich, dass irgend ein dubioses Ehr-Gefühl wohl davon abhielt auf einfach zu spielen.

Ich will nicht behaupten, dass es hier das gleiche ist, aber auffällig ist es schon, dass kaum einer (Ausnahmen bestätigen die Regel :p) hier schreibt, dass er auf einfach spielt, und es ihm zu schwer ist.
Ich bin ja mittlerweile knapp über 40 Jahre alt und hab zum Glück das Gefühl entwickelt wirklich niemanden mehr was beweisen zu müssen, was Gaming angeht. Nicht einmal mir selbst. Hab früher auf dem NES knüppelharte Games durchgezockt, hab mich auch online in kompetitiven Shootern zu Genüge ausgetobt, hab in MMORPGs Hardcore geraidet, Dark Souls durchgezockt, alles mitgemacht. Mittlerweile akzeptiere ich auch einfach das mit dem Alter auch die Reaktionsgeschwindigkeit nachlässt.

Ich will nun in erster Linie von einem Spiel gut erhalten werden, das heißt für mich das es einen guten Flow haben muss. Der Flow entsteht wenn ich nicht zu lange unterfordert (= zu leicht) und auch nicht zu oft überfordert (=zu schwer) von dem Spiel bin. Der Schwierigkeitsgrad muss also genau passen, das es nicht langweilig oder frustrierend wird. Ich informier mich deshalb auch bei jeden Spiel, was ich zocke, wie es mit dem Schwierigkeitsgraden aussieht, und welcher für mich wohl am besten passen würde. Da lande ich schon mal bei Easy und manchmal auch bei Hard, je nachdem.

Doom Eternal hab ich auf dem PC mit Maus und Tastatur auf einem mittleren Schwierigkeitsgrad gezockt, und fand das Spiel gut machbar, bis auf einen Gegnertypen mit Schild (ich glaube Marauder war das), der extrem genervt hat. Möchte mir jetzt demnächst die Add-Ons holen, und überlege das aber nun nochmal auf Konsole (XBox) durchzocken - mal sehen, hab kein Problem das auf Easy zu stellen, falls es mit dem Controller zu hakelig wird.

Zuletzt bearbeitet vor 7 Monaten

vor 7 Monaten
Levi 


Mal so eine blöde Frage, im Gegensatz zu z.B. Sekiro oder Dark Souls gibt es doch verschiedene Schwierigkeitsgrade bei Doom Eternal. Ist selbst der einfachste dann noch zu schwer?
Ich weiß garnicht mal mehr, bei welchem Spiel es war, aber das hatte ich schonmal im Forum erlebt:

Er: "das Spiel ist auf Mittel viel zu schwer!"
Ich: "aber genau dafür gibt es doch noch leichtere Schwierigkeitsgrade"
Er: "... Aber...."


Im Grunde war es sehr offensichtlich, dass irgend ein dubioses Ehr-Gefühl wohl davon abhielt auf einfach zu spielen.

Ich will nicht behaupten, dass es hier das gleiche ist, aber auffällig ist es schon, dass kaum einer (Ausnahmen bestätigen die Regel :p) hier schreibt, dass er auf einfach spielt, und es ihm zu schwer ist.

Zuletzt bearbeitet vor 7 Monaten

vor 7 Monaten
reflection

Ich kann die Kritik von Gfreeman1962 schon ein bisschen nachvollziehen.
Doom Eternal ist gerade im späteren Spielverlauf so dermaßen hektisch und schwer, dass es für Normalo-Gamer ein großer Frusttest ist. Es ist technisch und vom Spielgefühl her sicherlich ein herausragender Shooter, aber das Prinzip »Schau her – hier kommt die nächste Arena mit drölftausend Monstern« nutzt sich doch meiner Meinung nach recht schnell ab. Für mich hat das wenig mit natürlichem, flüssigen Spielgefühl oder cleverem Leveldesign zu tun. Man wird alle paar Minuten in ein Areal eingeschlossen und muss sich dann durchmetzeln. Das ist anfangs noch richtig spaßig aber auf die Dauer ist es nur noch a) langweilig (weil vorhersehbar) und b) frustrierend (weil extrem schwer).

Ich persönlich würde Doom Eternal eine gute 80% Wertung geben, aber so hoch bewertet wie hier bei 4players sehe ich es nicht, dafür ist es mir einfach zu sehr Skill-Test.
Mal so eine blöde Frage, im Gegensatz zu z.B. Sekiro oder Dark Souls gibt es doch verschiedene Schwierigkeitsgrade bei Doom Eternal. Ist selbst der einfachste dann noch zu schwer?
Nee, ich spiele im zweitniedrigsten und stoße auf jeden Fall an meine Grenzen mittlerweile. Schraube vielleicht mal runter auf den einfachsten. :Häschen:

vor 7 Monaten
johndoe-freename-2392

Mal so eine blöde Frage, im Gegensatz zu z.B. Sekiro oder Dark Souls gibt es doch verschiedene Schwierigkeitsgrade bei Doom Eternal. Ist selbst der einfachste dann noch zu schwer?
am pc mit maus und tastatur würde ich definitv nein sagen. mit Gamepad finde ich es auf "leicht" auch noch recht schwer, vielleicht auf einem level mit sekiro und co? schwer zu vergleichen weil so unterschiedliche genres.

vor 7 Monaten
johndoe-freename-2392

Ich kann die Kritik von Gfreeman1962 schon ein bisschen nachvollziehen.
Doom Eternal ist gerade im späteren Spielverlauf so dermaßen hektisch und schwer, dass es für Normalo-Gamer ein großer Frusttest ist. Es ist technisch und vom Spielgefühl her sicherlich ein herausragender Shooter, aber das Prinzip »Schau her – hier kommt die nächste Arena mit drölftausend Monstern« nutzt sich doch meiner Meinung nach recht schnell ab. Für mich hat das wenig mit natürlichem, flüssigen Spielgefühl oder cleverem Leveldesign zu tun. Man wird alle paar Minuten in ein Areal eingeschlossen und muss sich dann durchmetzeln. Das ist anfangs noch richtig spaßig aber auf die Dauer ist es nur noch a) langweilig (weil vorhersehbar) und b) frustrierend (weil extrem schwer).

Ich persönlich würde Doom Eternal eine gute 80% Wertung geben, aber so hoch bewertet wie hier bei 4players sehe ich es nicht, dafür ist es mir einfach zu sehr Skill-Test.
Ganz im Gegenteil: das besondere ist ja wie unterschiedlich jede arena ist und wie sie es jedes mal schaffen durch spannendes kombinieren der gegner typen wieder eine völlig einzigartige und neue herausforderung zu bauen. Ich würde sogar sagen, eines der besten und cleversten Leveldesigns der letzten 10 Jahre. Vorallem weil die arenen eben so schön offen sind und die neuen bewegungsmöglichkeiten einen extrem flüssigen spielverlauf machen.
Ich glaube viel empfinden das spiel auch als zu schwer, weil sie sich nur auf die core skills, also aim und reflexe konzentrieren und hier schnell an ihre grenzen stoßen. Wenn man aber klug spielt, immer die richtigen waffen für die gegner benutzt(schwachpunkte ausnutzen!) und sich eine strategie überlegt wie und in welcher reihenfolge man sich am besten durch die gegner kämpft, wird einem wesentlich weniger "skill" für den erfolg abverlangt.
Einfaches beispiel: es gibt im hauptspiel die super gore nest challenges, da muss man ein level mit verschiedenen mutatoren spielen. einer davon ist, dass man mit der basis shotgun anfängt und im verlauf des levels alle anderen waffen und mods aufsammelt. Klingt erstmal nicht so schlimm, aber da es eine challange sein soll, werfen einem die entwickler natürlich genau die gegner entgegen für die man noch nicht die passende waffe hat und man merkt erstmal wie schwer es dann wird. Wenn du nämlich auf einmal 5 Cacodemonen vor dir hast, dir aber der grantwerfer aufsatz fehlt, hast du ein problem. Normalerweise würde man sich über die 5 Cacos freuen, weil man sie über die Zeit verteitl immer als health pack missbrauchen würde, da sie ja mit einer granate in den mund direkt reif für den glory kill sind aber so sieht die Welt ganz anders aus. Deshalb kann ich gut nachvollziehen, dass leute die eben nicht auf diese ganzen mechaniken achten und einfach nur drauf los ballern, sich das leben unnötig schwer machen.

vor 7 Monaten