

Im Test: Frische Leichen leben länger
Kein zweiter Hexendoktor
Der neue Totenbeschwörer hebt sich dank seiner Fertigkeiten und der unterschiedlichen Spielweisen recht deutlich vom Hexendoktor ab, der anderen Klasse mit Begleitern in Diablo 3. Und das ist gut so - wobei der Nekromant im Vergleich zu Diablo 2 seine Gift-Zauber an den zappeligen Hexendoktor abtreten musste. Aber dafür verfügt er nun über Blut-Zauber und spezielle Blut-Runen, was thematisch ganz gut passt und schön morbide ist. Generell spielt sich der Totenbeschwörer deutlich aktiver als alle seine Klassenkumpanen. Während zum Beispiel beim Hexendoktor oder beim Dämonenjäger diverse Fertigkeiten entweder passiv oder automatisch zielsuchend waren, darf man beim Totenbeschwörer zum Glück selbst mehr machen - und zwar in allen "Builds" (Auswahl an Fertigkeiten, Runen, Ausrüstung).
Frische Leichen
Die Spielweisen des Totenbeschwörers sind überraschend vielfältig und hängen von der Fähigkeitsauswahl, den Runen-Modifikationen und den ausgerüsteten Gegenständen ab, wobei gerade die (vier) Sets die Vorgehensweisen stark modifizieren bzw. verstärken.
Eine Spielweise ist der Summoner, also der eigentliche Beschwörer, der mit vielen Begleitern durch Sanktuario zieht. Mit einem Golem, Skelettkriegern, leider viel zu kurz "lebenden" Skelettmagiern und wiedererweckten, schattenhaften Monstern kann der Totenbeschwörer mehr als zwei Dutzend Diener im Schlepptau haben. Wobei sich Golem und Skelettkrieger aktiv befehligen lassen. Ein Tastendruck lässt die Skelettkrieger beispielsweise zu einem Gegner stürmen. Die Begleiter kümmern sich also um die "Drecksarbeit". Der Totenbeschwörer kümmert sich derweil um die Zielprioritäten und die Leichen-Beschaffung/Ressourcen.
Wichtig für solch einen Beschwörer sind "frische Leichen", wie es der Charakter selbst nennt. Getötete Gegner oder mit Runen modifizierte
Blut und Knochen
Neben diesem Beschwörer (Summoner-Build) kann sich der Klassen-Neuling im Nahkampf versuchen und dort auf Knochenzauber und Flüche setzen. Mit Knochenspeer und Knochenrüstung sowie den richtigen Ausrüstungs- und Set-Gegenständen lässt sich ein fast unkaputtbarer Nahkämpfer hochrüsten, vor allem mit dem Inarius-Set und seinem "Knochensturm". Und dann sind da noch die Blut-Runen, die es als optionale Modifikation für viele der aktiven Fähigkeiten gibt. Entscheidet man sich für solch eine Blutrune, kosten die Fertigkeiten zusätzlich Lebensenergie (quasi als weitere Ressource), richten aber mehr Schaden an, was wiederum vom Set "Trag'Oul's Avatar" gefördert wird - zumal seine Begleiter und er selbst über eine Blutsaugen-Primärfähigkeiten verfügen. Nicht ganz so spannend ist jedoch das "Pestilence Master Set", das zu sehr auf den Knochenspeer setzt. Alternativ kann man sich auch selbst eine Mischung zusammenstellen und zum Beispiel einen blutsaugenden Totenbeschwörer mit Golem und Blutnova basteln.
Sein Platz in der Riege
Alles in allem reiht sich der Totenbeschwörer sehr gut in das Klassenkonzept von Diablo 3: Reaper of Souls ein und punktet mit der komplexesten Spielmechanik (Essenz, Leichen und Lebensenergie) in dem Hack-&-Slay.
Happiger Preis
Knackpunkt der Erweiterung ist der happige Preis von 14,99 Euro. Selbstverständlich hätte ich es besser gefunden, wenn Blizzard Entertainment den Totenbeschwörer in eine zweite Erweiterung im Stile von Reaper of Souls verpackt hätte - mit einem sechsten Akt, mehr Gebieten und Co. Auf eine gewisse Art und Weise wirkt diese Mini-Erweiterung wie eine zusätzliche Injektion, um Diablo 3 weiter am Leben zu halten und die Spielerschaft zu beschäftigen, während an einem "echten Nachfolger" gearbeitet wird.
Neben dem Totenbeschwörer umfasst die Download-Erweiterung einen halb geformten Golem als Gefährten im Spiel, das Accessoire Schwingen des Kryptawächters, zwei zusätzliche Charakterplätze, zwei Beutetruhenfächer (nur PC) sowie Totenbeschwörerporträt, -banner, -siegel und -verzierung sowie Blutmeisterflagge.
Fazit
Der Totenbeschwörer fügt sich gut in die Charakter-Riege von Diablo 3: Reaper of Souls ein und bietet für D3-Verhältnisse überraschend vielfältige Spielweisen, egal ob man auf eine Untoten-Armee, einen Nahkampf-Knochenbrecher oder auf ein blutiges Fluchmonster setzt. Im Gegensatz zu seinen Kollegen spielt sich der Totenbeschwörer deutlich aktiver, kann über zwei Dutzend untote Diener im Schlepptau haben und erfordert mehr Aktivität vom Spieler, wobei natürlich gilt, dass nicht alle Fähigkeiten für Endgame-Inhalte sinnvoll sind. Etwas blutlos präsentieren sich jedoch die passiven Fertigkeiten. Die Preisgestaltung ist zudem eine Sache für sich. 14,99 Euro für eine neue Klasse plus ein bisschen Krimskrams sind schon happig. 9,99 Euro würde ich trotz des hohen Produktionswertes für angemessener halten. Zumal StarCraft: Remastered auch 14,99 Euro kostet und zusätzliche Co-op-Kommandanten bei StarCraft 2 mit 4,99 Euro zu Buche schlagen. Daher bin ich der Ansicht, dass diejenigen, die schon viele Stunden in Diablo 3: Reaper of Souls versenkt haben und noch zwischendurch in den Saisons aktiv sind, durchaus viel Spaß mit dem Totenbeschwörer haben können, gerade wegen der gelungenen, unterschiedlichen Spielweisen. Ein Ersatz für eine echte (zweite) Erweiterung ist die Rückkehr des Totenbeschwörers aber nicht.
Pro
Kontra
Wertung
PlayStation4
Der Totenbeschwörer fügt sich gut in die Charakter-Riege ein und bietet überraschend vielfältige Spielweisen. Nur der Preis ist ziemlich happig.
PC
Der Totenbeschwörer fügt sich gut in die Charakter-Riege ein und bietet überraschend vielfältige Spielweisen. Nur der Preis ist ziemlich happig.
XboxOne
Der Totenbeschwörer fügt sich gut in die Charakter-Riege ein und bietet überraschend vielfältige Spielweisen. Nur der Preis ist ziemlich happig.
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