

Im Test:
Szenario
Freedom Force versetzt Euch in das Jahr 1962 und zwar nach Liberty City. Doch die eigentliche Handlung beginnt in den unendlichen Weiten des Weltalls. Denn durch einen äußerst unglücklichen intergalaktischen Unfall sind zahlreiche mysteriöse violette Energie X-Kanister in die Erdatmosphäre eingedrungen und auf der Erde gelandet. Einige gingen natürlich auch in Liberty City nieder. Sobald ein Bürger mit der Energie X in Kontakt kommt, entwickeln sich sofort übermenschliche Superkräfte. Normale amerikanische Bürger mutieren zu patriotischen, freiheitsliebenden Helden und die ach so bösen Russen verwandeln sich in grausame, atomare Fieslinge.
Story
Da im Jahre 1962 noch der Kalte Krieg tobt und die Amerikaner zu dieser Zeit Angst vor einem Atomkrieg haben, werden die Ängste durch die mit Energie X verseuchten Super-Russen zur virtuellen Realität. Denn die Superfieslinge klauen eine Packung mit handelsüblichen Atombomben und versuchen, unter anderem durch das Einfrieren des Central Parks, in Liberty City für Unruhe unter den Kapitalisten zu sorgen. Aber es gibt ja noch die patriotischen Helden...
Patriotismus und Comic-Stil
Den US-Patriotismus kennen viele von Euch sicherlich aus den zahllosen Kinofilmen wie Pearl Harbor oder auch dezent bei Spiderman, allerdings wirkt dieser bei Freedom Force nicht ganz so nervig, da auf die entsprechende Flagge verzichtet wurde und das gesamte Szenario durch den Comic-Charme nicht wirklich real wirkt. Um die Atmosphäre weiter aufzubauen, sind alle Zwischensequenzen im Comic-Stil gehalten und zum Ende jeder Mission animiert ein Sprecher mit launigen Kommentaren zum Weiterspielen. Gegner im Spiel werden übrigens immer nur bewusstlos und sterben nie - typisch Comic.
Und los gehts...
Zu Beginn erlebt Ihr hautnah mit, wie ein unbescholtener, etwas älterer Otto-Normal-Bürger einen Kommunisten belauscht. Kurz darauf sinkt der ältere Mann von einem Pistolenschuss verwundet in sich zusammen und kann mit letzter Kraft eine mit Energie X "gesegnete" Statue erreichen. Kurz darauf verwandelt er sich in den vor Kraft strotzenden Minute Man - den ersten Helden, den Ihr in Freedom Force steuern dürft. Nachdem Ihr Euch dann auf die Suche nach den Kommunisten macht, schließen sich der Reihe nach immer weitere Helden dem Kampf an. Als nächstes bekommt Ihr die Kontrolle über den Psycho-Trick-Künstler Mental, später kommt der feurige El Diablo sowie der Raketenrucksackträger Bullett hinzu. 14 vordefinierte Helden können sich im Laufe der Einzelspieler-Kampagne Eurem Feldzug gegen das Böse anschließen. Jeder Held hat dabei bestimmte Fähigkeiten und einzigartige Charakterattribute.
Missionen & Erfahrung
Vom Spielprinzip her kann Freedom Force am besten mit solchen Taktik-Strategiespielen wie Commandos oder Desperados verglichen werden - allerdings fallen zahlreiche RPG-Elemente auf. Im Laufe der 30 streng linearen und oft nicht länger als 15 Minuten dauernden Missionen gewinnen die Helden, hauptsächlich durch den Kampf mit Gegnern, an Erfahrung. Aber auch andere clevere Taktiken wie zum Beispiel eine Vermeidung von Feindkontakt oder von zivilen Opfern kann Erfahrungspunkte oder Prestige bringen. Habt Ihr eine bestimmte Anzahl an Erfahrungspunkten erreicht, werden weitere Spezialfähigkeiten freigeschaltet und die normalen Attribute wie Stärke und Geschwindigkeit verbessert.
Für jede vorbildlich gelöste Missionen erhaltet Ihr nicht nur Erfahrung, sondern auch einen Prestige-Bonus. Umso höher Euer Prestige-Wert ist, desto mehr Helden werden sich Euch anschließen. Ihr könnt zwar immer nur vier Helden gleichzeitig mit in eine Mission nehmen, dafür aber nach Belieben die Helden austauschen und immer mit einem anderen Team in die Schlacht ziehen. Ansonsten sind die Missionsziele breit gefächert und durchaus abwechslungsreich. Manchmal müsst Ihr leise und unbemerkt vorgehen, eine bestimmte Person ausschalten oder Euch nur um die Bösen kümmern.
Spezialfähigkeiten
Jeder Held verfügt über typische Superhelden-Kräfte und einzigartige Fähigkeiten. Ein Klick mit der rechten Maustaste auf einen Gegner oder ein Objekt öffnet ein übersichtliches Untermenü und stoppt zugleich die Spielzeit. In diesem Menü könnt Ihr die Art der Objekt-Interaktion oder des Angriffes auswählen. Neben dem normalen Schlag beherrscht beispielsweise der Minute Man den Strike for Freedom, mit dem gleich mehrere in der Nähe stehende Gegner umgehauen werden können oder die Minute Missile, die mehrere Gegner der Reihe nach in einen desorientierten Zustand versetzt. Der gute Mental kann mit fast jeder Aktion den Gegner verwirren, jedoch für längere Zeit und in einem größeren Umkreis. Dafür ist er im Nahkampf kaum zu gebrauchen. El Diablo schießt mit Feuerbällen um sich und Bullitt kann beispielsweise mit seinem Jetpack herumfliegen.
Bei vielen dieser Aktionen kann die gewünschte Kraft der Attacken festgelegt werden und man verbraucht, je nach ausgewählter Stärke, eine bestimmte Anzahl an Energiepunkten. Diese Energie regeneriert sich mit der Zeit. Powerups, welche die Energie für Spezialangriffe oder die Hitpoints erhöhen, gibt es auch reichlich in den Levels, diese sind aber meistens ordentlich versteckt oder gut bewacht.
Die Umgebung
Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Spielen können die Superhelden nahezu mit jedem Objekt im Spiel interagieren - egal ob es ein Stein, eine Parkbank, ein Baum oder gar eine Ampel ist. Letztere wird in den Händen der kräftigen Helden zum effektiven Baseballschläger. Fast alle anderen Gegenstände können als Wurfgeschosse eingesetzt werden, die durch die gute Physik-Engine realistisch durch die Luft segeln. Sogar Autos können durch die Gegend geworfen werden. Auch die komplette Zerstörung von ganzen Häuserblöcken ist möglich, aber aufgrund des großen Prestige-Verlustes nicht empfehlenswert.
Grafik und Sound
Grafisch weiß Freedom Force durchaus zu gefallen. Die gesamte Spielwelt ist durch viele Details und die ganzen interaktiven Objekte ziemlich real und vor allem bei Nachtmissionen sind die Lichteffekte schön eindrucksvoll. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und prima animiert. Auch die Texturen machen einen guten Eindruck und verleihen dem Spiel einen ganz eigenen comictypischen Charakter. Natürlich dürfen die Sprechblasen mit den "Geräuschen" der Explosionen (Boom oder Zaaap) oder der Schläge nicht fehlen.
Akustisch befindet sich Freedom Force auf einem sehr hohen Level und vor allem der Soundtrack macht einen Großteil des Flairs aus. Die Musik im 60er Jahre Retro-Ambiente untermalt das Geschehen sehr passend und auch die Sound-Effekte sind ausgezeichnet. Auch die teils genial komischen Kommentare der Gegner sind gelungen. In der deutschen Version wurde die komplette Sprachausgabe nicht synchronisiert; deutsche Untertitel sind jedoch überall vorhanden.
Mehrspieler-Modus
Nicht ganz so schön wie das gesamte Spiel ist der Mehrspieler-Modus, der sich eher als lieblose Zugabe entpuppt. Ihr könnt nur mit maximal vier Spielern gegeneinander antreten - mehr nicht. Doch dafür gibt es einen beigelegten Editor, mit dem Ihr Euch selbst Helden nach eigenem Geschmack erschaffen könnt.
Fazit
Obwohl Freedom Force zunächst wie ein Commandos- oder Desperados-Klon im Comic-Szenario wirkt, entfaltet sich nach einigen Missionen mit den coolen Helden eine einzigartige Atmosphäre. Die total unterschiedlichen Spezialfunktionen ermöglichen vielfältige Taktiken und die interaktive Umgebung erweitert das Gameplay ungemein - auch wenn es oft ohne Ampel-Baseballschläger oder Briefkasten-Wurfgeschosse geht. Die Missionen sind durchweg gelungen und spielen sich im Vergleich mit den oft mehrere Stunden dauernden Commandos-Einsätzen sehr flott und spritzig. Grafik und Sound leisten einen enormen Beitrag zur Atmosphäre und bis auf den Mehrspieler-Modus ist das Taktikspiel absolut gelungen.
Pro
Kontra
Wertung
PC
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