
Vorschau: Ein Traum für Bastler und Kreative?
Fluffige Fantasiewelten
Sogar PSVR-Unterstützung soll später nachgereicht werden, doch momentan ist das Basteln nur auf dem gewöhnlichen Fernseher möglich: entweder mit dem Dualshock-Controller oder zwei Move-Controllern. LittleBigPlanet-Veteranen dürften das Gefühl kennen, wenn man sich das erste Mal in Unmengen von Tutorials stürzt und stundenlang am ersten Werk herumdoktert – nur um am Ende ein rudimentäres, Sekunden kurzes Level fertigzustellen. Anders als das sehr nutzerfreundliche, aber eingeschränkte Super Mario Maker 2 (zum Test) legte Media Molecule schon immer großen Wert auf kreative Entfaltung mit einem Wust von Möglichkeiten, die viel Zeit verschlingen. Wer wollte, konnte in Sackboys Spielen sogar einen kompletten Taschenrechner nur aus mechanischen Seilen und Umlenkrollen basteln!
In Dreams verstärkt sich dieser Effekt noch – diesen Eindruck bekommt man momentan zumindest im Early Access. Bislang gibt es schließlich noch kein Einzelspieler-Abenteuer, in dem man sich erst einmal in Ruhe mit den Möglichkeiten vertraut machen konnte. Stattdessen haben wir zur Akklimatisierung erst einmal Nutzer-Kreationen und Kunstwerke von Media Molecule durchforstet. Sie lassen sich sogar noch besser für Kooperationen verbinden als früher: Bis hin zur kleinsten Blume am Wegesrand lässt sich hier exakt nachvollziehen, wer welches Objekt, welche Mechanik, Animation oder Figur gebastelt hat. All das lässt sich übersichtlich einsehen, auf einer Liste neben den Bestenlisten für einzelne Levels, die sich zu größeren „Träumen“ zusammenfassen lassen.
Wechselnde Wettbewerbe
Besonders hübsch wirken die animierten Kunstwerke der Community-Jam-Gewinner: Die Wettbewerbe mit wechselnden Themenvorgaben sollen die Kreativität der Nutzer ankurbeln. Heraus kam dabei z.B. ein detailverliebtes Piratenschiff oder ein prähistorischer, mit Seilzügen betriebener Flugapparat. Auch animierte Memes wie entstellte Sonic-Modelle oder aufwändige Remakes von Spielen wie The Stanley Parable lassen sich bereits finden. Ein Vorteil bei solchen Großprojekten ist natürlich, dass man im weltweiten Katalog bereits auf eine wachsende Sammlung fertiger Objekte wie Türen, Portale oder Figuren zugreifen darf.
Vom Action-Adventure bis hin zum Animationsfilm
Im Bereich der Spiele gibt es vor allem bei narrativen Erkundungs-Abenteuern oder Fahrsimulationen die schönsten Szenarien zu entdecken. Von wirklichen Rennspielen kann man hier meist noch nicht sprechen. Trotzdem wirkt die weiche Federung einiger Offroad-Fahrzeuge geradezu hypnotisch, sobald sie sanft über die Gemälde-Hügel hüpfen. Der Fokus auf akkurate Physik hat allerdings auch seine Schattenseiten: Plattformer fühlen sich meist ähnlich träge an wie Sackboys Handhabung, so dass man vor allem auf wackligen oder bewegten Objekten nicht immer sicher die Kurve kriegt.
Ziemlich überladen
Warum ist die Einstiegshürde so hoch? Ein wichtiger Grund dafür ist, dass sich die visuelle Gestaltung so stark auf Pinselstriche fokussiert. Sicher, vieles kann man auch hier direkt mit Formen modellieren, ausschneiden, einfärben oder mit Stempeln verzieren.
Schwing die Quasten!
Ausblick
Media Molecules neue Ausrichtung weg von realgetreuen Bastel-Materialien hin zur traumhaften Malerei wirkt zwar visuell frisch und reizvoll. Momentan im Early-Access-Stadium ist es aber leider noch deutlich kniffliger als in LittleBigPlanet, einfach mal ein paar Fallen, Strukturen und Oberflächen zu platzieren, um lediglich ein hübsches kleines Plattformer-Level zu bauen. Die Community beweist schon jetzt, dass Erstaunliches möglich ist. Es stellt sich allerdings die Frage, ob ambitionierte Bastler die Energie und den Zeitaufwand nicht lieber gleich ins Erlernen einer professionelle Engine wie Unreal oder kommerzieller Musik-Editoren stecken wollen – oder ob sie nicht lieber auf die Schnelle ein paar Levels in Super Mario Maker 2 basteln. Ein Termin für die finale Vollversion steht übrigens noch nicht fest.
Einschätzung: gut
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