Sekiro: Shadows Die Twicea year ago, Benjamin Schmädig
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Vorschau: Tenchu trifft Dark Souls

Stellt euch vor, ihr würdet Dark Souls spielen und könntet euch per Greifhaken auf ein Dach schwingen, an einer Mauerkante hinter einer Wache entlang hangeln oder euch an die Wand hinter einer Ecke schmiegen, um die gleich ein Feind biegt – und den jeweiligen Bösewicht mit nur einem Finisher ausschalten. Der Rest wäre immer noch Dark Souls, vom Spielgefühl her jedenfalls. Denn genau das ist Sekiro: Shadows Die Twice.

Action-Adventure statt Rollenspiel

Selbstverständlich ist Sekiro viel mehr als einfach nur Dark Souls in neuer Kulisse! Hidetaka Miyazaki bleibt sich aber treu, wenn er von seinen Spielern einmal mehr verlangt ihre Feinde genau zu beobachten, im richtigen Augenblick auszuweichen, Angriffe abzuwehren und selbst zu attackieren. Kleine Fehler führen auch hier zu schnellen Toden. Das Gefühl ständiger Bedrohung ist allgegenwärtig.

Allerdings ist Sekiro kein Action-Rollenspiel, dessen Protagonist etliche Waffen trägt. Es soll vielmehr an ein Action-Adventure erinnern, wenn man stets mit einem Katana bewaffnet hantiert. Die Ausdauer von Freund und Feind muss man dabei nicht im Blick haben; an ihre Stelle tritt Balance bzw. „Haltung“. Denn die brauchen alle Kämpfer, um Angriffe abzuwehren. Ins Wanken geraten sie dabei, wenn Widersacher nur lange und geschickt genug auf die Deckung

Nur wer die Balance wahrt, kann in Sekiro Angriffe abwehren.
einschlagen.

Bewahrt Haltung!

Bestimmte Hiebe oder Stiche begünstigen dabei den Verlust der Haltung, während man einige Manöver generell nicht abwehren kann. Diesen sollte man ausweichen, um anschließend schnell zu kontern. Man kann dabei nicht nur zur Seite schnellen, sondern auch springen. Nicht zuletzt spielt das aktive Kontern ebenfalls eine große Rolle, denn zieht man den Block im richtigen Moment hoch, wirft man den Angreifer zurück und er verliert Haltung.

Geht Haltung schließlich komplett verloren, kann der jeweils Andere zum tödlichen Finisher ansetzen. Bossen stiehlt man mit einer solchen Aktion allerdings nur einen von mehreren Punkten; man muss sie also mehrmals in die Knie zwingen.

Vom Tode verschont...

Was den Charakter eines Action-Adventures im Gegensatz zu einem Rollenspiel unterstreicht, ist das Fehlen von Werten, Klassen und Erfahrungspunkten. Was selbstverständlich nicht bedeutet, dass es keine Entwicklung gibt. Die findet hier allerdings über Werkzeuge und Waffen statt, die der titelgebende Samurai Sekiro findet. Sekiro wurde immerhin mit einem abgeschlagenen linken Arm dem Tod überlassen – bevor er mit einer Prothese wieder aufwacht, an der er Waffen und Werkzeuge montieren kann, zwischen denen man per Tastendruck wechselt.

In der gamescom-Demo konnte er so etwa mit Wurfsternen schießen oder mit einer gewaltigen Axt ausholen, die natürlich ein langes Ausholen erfordert, dafür aber mit einem Hieb die Schilde relativ schwacher Feinde durchbricht und auch große Gegner aus der Balance wirft. Gedankenlos konnte man das dabei nicht einsetzen, denn es erfordert eine Ressource, die man von besiegten Gegnern erhält.

... wieder und wieder

Und was bedeutet das alles? In der Demo zunächst mal, dass Sekiro der flotten Action eines Bloodborne ähnelt. Grundsätzliche Bewegungsabläufe und Regeln sind durchaus ähnlich, der Verzehr von heilenden oder anderen Tränken ergänzt den vertrauten Todestanz und Sterben gehört zum Programm.

Auch dem gewinnt Miyazaki mit seinem neuen Spiel allerdings eine neue Facette ab, denn nicht jeder Tod ist endgültig. Genauer gesagt kann sich Sekiro selbst wiederbeleben. Das funktioniert zwar nur je einmal und noch weiß Miyazaki laut eigener Aussage nicht genau, wie man diese Fähigkeit wiederherstellen kann. Fest steht aber, dass der zweite Versuch mehr als ein verhindertes Game Over sein soll.

Natürlich soll er Spielern die Angst vor einem Fehltritt nehmen – aber nicht um ihnen das Abenteuer grundlegend zu vereinfachen, sondern um sie stärker zu motivieren, aggressiv in die Zweikämpfe zu gehen. Abgesehen davon soll man den Tod aber noch ganz anders nutzen können, nämlich um in manchen Situationen voranzukommen, in denen es anders vielleicht schwerer wäre. In der Demo habe ich keine derartige Möglichkeit gefunden und auch Miyazaki wurde im PlayStation Blog nicht konkret. Aber immerhin wenden sich die Widersacher nach Sekiros Tod von ihm ab und ich nehme an, das kann man nutzen, um ihnen etwa in den Rücken zu fallen.

Sekiro nutzt Dächer und Bäume, um ferne Zugänge zu erreichen und sich Gegnern unbemerkt zu nähern.

Heimlicher Held

Die Geschichte spielt also einmal mehr in einem Fantasy-Szenario – gleichzeitig aber in einer Version vom Japan des 16. Jahrhunderts. Der reale Hintergrund weckt Erinnerungen an das ähnlich verortete Nioh sowie das ebenfalls grob in derselben Zeit spielende Tenchu. Wobei die zweite Assoziation nicht nur vom Szenario hervorgerufen wird, sondern hauptsächlich von den für ein solches Spiel umfangreichen Elementen der Stealth-Action.

Der wiederbelebte Samurai kann Gegner nämlich mit einem Angriff töten, wenn es ihm z.B. gelingt sich im hohen Gras an sie heranzuschleichen. Er hangelt sich außerdem an den Kanten von Mauern oder Dächern nicht nur in versteckte Areale, sondern auch unter patrouillierende Wachen, um sie von dort ähnlich schnell zu erledigen. Er lehnt sich außerdem an Mauern, um von dahinter laufenden Kreaturen nicht gesehen zu werden oder schwingt sich auf Dächer, um in Richtung eines Feindes abzuspringen und – das ist besonders cool – in der Luft schon zum Finisher anzusetzen.

Doch wie gelangt man überhaupt auf die Dächer und in hohe Bäume? Dafür sorgt ein an der Prothese angebrachter Greifhaken. Mit dem zieht man Sekiro immer dorthin, wo ein grüner Punkt ein mögliches „Reiseziel“ markiert. Das funktioniert sogar mitten im Kampf, um sich z.B. zu erholen oder gar die Flucht zu ergreifen.

Ausblick

Diese Bewegungsfreiheit und das leise Ausschalten sind auf den ersten Blick die größten Besonderheiten des neuen Spiels von Hidetaka Miyazaki und sie verleihen Sekiro: Shadows Die Twice einen sehr belebenden Spielfluss, zumal man über das richtige Kombinieren von Springen und Klettern auch in versteckte Gebiete gelangt. Die schnellen Stealth-Kills haben in der gamescom-Demo außerdem dafür gesorgt, dass ich mich nach dem Scheitern an einem starken Gegner beim erneuten Niederstechen der „kleinen“ Wachen auf dem erneuten Weg zum Mini-Boss nicht langweile. Das einmalige Wiederaufstehen während eines Kampfes verhindert ebenfalls manchen Frust – ohne dass Sekiro ein leichtes Spiel wäre! Denn auch hier stehen dem Helden offenbar mehr als genug mächtige Widersacher im Weg. Die schnellen Kämpfe wirken dabei wunderbar taktisch und fordernd, wenn man Gegner genau beobachten muss, um sie nicht einfach nur zu treffen, sondern beharrlich daran zu arbeiten ihre Deckung zu durchbrechen, um endlich zum Finisher anzusetzen. Nach dem Spielen der kurzen Demo würde es mich jedenfalls nicht wundern, wenn der Dark-Souls-Schöpfer mit Sekiro gleich seinen nächsten Hit landet!

Einschätzung: sehr gut

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Kommentare

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fubi

Das sieht echt cool aus

a year ago
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Xris

ich befreife nicht, wie man nioh so hoch bewerten konnte. steriler und haesslicher gehts doch kaum noch, das leveldesign macht minecraft alle ehre. jedes gebeude mit nem lineal gezogen, hinzu kommt die spielmechanik... das ganze verhaelt sich wie fallout zu skyrim, bei dem man lediglich die texturen ausgetauscht hat. in niohs fall war das geruest ninja gaiden und so spielt sich nioh eben auch, zu schnell und hektisch, ein stueck softwareschrott. dagegen wirkt selbst das aeltere bloodborne wie ein kunstwerk, von dark souls 3 ganz zu schweigen. ich freu mich auf den neusten fromsoftware-titel :D
Was bitte hat Nioh mit Ninja Gaiden gemein? Abgesehen vom fernöstlichen Setting? Gaiden ist extrem kombolastig während Nioh auf das Souls KS baut. Ja und so ist das halt mit Meinungen. Jeder hat eine....

Ja Nioh bleibt in der Summe hinter Souls zurück. Ich sehe es aber als Teil 1. Dark Souls wischt mit seinem indirekten Vorgänger auch den Boden auf.

a year ago
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Chwanzus Longus

ich befreife nicht, wie man nioh so hoch bewerten konnte. steriler und haesslicher gehts doch kaum noch, das leveldesign macht minecraft alle ehre. jedes gebeude mit nem lineal gezogen, hinzu kommt die spielmechanik... das ganze verhaelt sich wie fallout zu skyrim, bei dem man lediglich die texturen ausgetauscht hat. in niohs fall war das geruest ninja gaiden und so spielt sich nioh eben auch, zu schnell und hektisch, ein stueck softwareschrott. dagegen wirkt selbst das aeltere bloodborne wie ein kunstwerk, von dark souls 3 ganz zu schweigen. ich freu mich auf den neusten fromsoftware-titel :D

a year ago
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zappaisticated

Hervorragend.
Also Tee trinken ohne zu zittern...

Ich mag Activision ^^

+ den nicht zu verachtenden Vorteil nicht mit einem häßlichen Bamco-Weiß beim booten genervt zu werden.

a year ago
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Spiritflare82

so, nun ists raus, KEINE Mikrotransaktionen!

"“There are no plans for microtransactions in Sekiro: Shadows Die Twice,” the PR representative, Wiebke Vallentin, told COGconnected over email. Vallentin also said that the “In-game purchases optional” blurb on the PlayStation Store page seemed to be “an erroneous tick box” and said that this was going to be fixed."

https://cogconnected.com/2018/08/sekiro-shadows-die-twice-wont-microtransactions/


nächstes mal erstmal abwarten bevor man vermutet! und nochmal: das war viel wind um nix.

a year ago
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zappaisticated

Sooo... nach ungefähr 3-stündiger Sichtung eines NoComment-20 min-Videos... bin ich raus.
Also auf MediaBlackout mein ich^^

Das ist erste Sahne, was sich da so angedeutet hat, daß ich selbst übers Video die "Magie" spüren konnte.
Da kann FromSoft, respektive Miyazaki, kaum jmd das Wasser reichen.
Über die Spielmechaniken und die "Magie" verlier ich heute aber kein Wort... die Diskussion tut jetzt schon weh.^^

Nja... jetzt heißts eh nen halbes Jahr "entspannen".

@MTX & Activision:
Wenns keine "Lootboxen" o.Ä. gibt, dann will Activision vllcht ihrn Ruf sanieren?!
... und wenn doch, dann wirds wohl Kostüme/Skins zu kaufen geben oO?

Ich mag zwar gerne den Aussagen trauen, daß sich Activision nicht einmischt.. aber ich trau Activision nicht.
Nja... eh Spekulatius... also abwarten, und mit zittriger Hand Tee trinken.

a year ago
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SchizoPhlegmaticMarmot

Ich hab nur Tenchu gelesen...ist gekauft! REMAKE?

EDIT: Hat sich erledigt

a year ago
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Spiritflare82

Der Hinweis zu Sekiro steht in den meisten (allen?) europäischen PSN-stores.
https://imgur.com/IBtTU49.jpg

https://imgur.com/kUqLNXW.jpg

https://imgur.com/bJ68HWL.jpg

und nochmal: das steht bei ziemlich vielen Spielen und muss nix heißen


und zu Dark Souls:

das stand bei Dark Souls auch weil man DLC kaufen konnte. ach und hier:

https://i.imgur.com/rcRfH4L.png

mit Direktlink in den Store...und nu? wenn ein Spiel irgendwas anbietet und seis kleinste Sachen zum runterladen gibt es diesen "Hinweis".

wie ich sagte: Viel Wind um nix

a year ago
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Xris



ich verteidige hier garnix, mir ists nur gelinde gesagt s*****egal ob da revives oder sonstwas angeboten werden, muss ich ja nicht kaufen. Welches Spiel großer Publisher hat heute keine MTA eingebaut, fällt mir nicht viel ein. Viel Wind um nix.
Zum Beispiel Dark Souls 1 - 3 und BB :wink:
Ganz davon abgesehen das du Blödsinn redest - nicht in jedem Spiel gibt es MTAs. Er hat aber nicht unrecht damit das heute die meisten Spiele mit MTAs um die Ecke kommen.
DS 1-3 + BB sind dafür übrigens schlechte Beispiele da A: alle schon etwas älter sind und B: DS3 (den einzigen Titel den ich bis jetzt davon besitze) auch DLCs hatte.
Man muss sowas nicht gut finden (was ich auch nicht tue), aber Spiele gänzlich ohne MTAs werden wohl bald ausgestorben sein. Alles grundsätzlich über einen Kam zu scheren ist aber leider mittlerweile auch Standard. Woran mit Sicherheit die Big Player unter den Publishern nicht ganz unschuldig sind. Jedoch gab es so etwas früher schon. Mann nannte es Addon und freute sich tatsächlich wenn ausnahmsweise eins angekündigt wurde. Schließlich bedeutete das mehr Content fuers Lieblingsspiel. Und Souls hatte durch die Bank gute bis sehr gute Addons die ihr Geld wert waren. Ich bin zwar kein Season Pass Vorbesteller. Aber wenn ich feststelle das mir da auch wirklich was geboten wird fuer mein Geld warte ich keinen Sale oder GotY ab nur weil das ja achso pöser DLC ist. Im Gegenteil. Mann sollte in so einem Fall zugreifen um dem Publisher zu zeigen dass das der richtige Weg ist.

a year ago
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flo-rida86

Leider spricht mich dieses Samurai Setting überhaupt nicht an. Schleichen und Seilschwingen reizt mich auch kein bisschen. Als riesiger Soulsborne Fan riskiere ich natürlich trotzdem mal einen Blick und hoffe auf eine baldige Ankündigung von Bloodborne 2.
das neue material zu the surge 2 fand ich auch nicht schlecht falls dich ein souls titel mit sci fi setting reizt.

a year ago
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